Foto: Raphael Hünerfauth / www.jugendfotos.de, CC-Lizenz(by-nc)
Mobiltelefone gehören mittlerweile zum sozialen Leben, wie der Fisch ins Wasser. Kaum wegzudenken. Im Laufe der Jahre sind wir einer Abhängigkeit verfallen. von Evelyn W. (17) und Nadja B. (22)*
Immer erreichbar zu sein stellt den Mittelpunkt unseres Daseins dar. Starke Teenager leiden teilweise unter Entzugserscheinungen, wenn sie ihr geliebtes (Smart-)Phone mal nicht in ihren Händen halten können. Wir sind permanent erreichbar und pflegen damit vierundzwanzig Stunden am Tag unsere sozialen Kontakte. Ob wir wollen oder nicht, wir sind ständig erreichbar sobald wir unser Mobiltelefon eingeschaltet haben.
Zum Thema Erreichbarkeit haben wir Passanten befragt und sind zu folgendem Ergebnis gekommen:
Alle Befragten gaben an ein Mobiltelefon zu besitzen,
über die Hälfte davon nennen ein Smartphone ihr Eigen.
25% der befragten Personen könnten auf ihr Handy verzichten,
für die anderen 75% wäre dies völlig undenkbar.
Jeder Befragte hat einen Internetanschluss,
40% nur zu Hause,
60% sind sowohl zu Hause als auch mit dem Handy online.
Etwas mehr als die Hälfte der Befragten fühlen sich unwohl, wenn sie ihr Handy nicht bei sich tragen.
Diese Personen gaben auch an rund um die Uhr erreichbar zu sein.
25% dagegen finden es nicht sinnvoll ständig erreichbar zu sein.
Fast alle Befragten gaben an bei mindestens einem Sozialen Netzwerk angemeldet zu sein. Die meisten nutzen diese Portale um Kontakte zu Freunden und Bekannten zu pflegen, teilweise auch um internationale Beziehungen beizubehalten.
25% informieren sich zudem über Veranstaltungen.
75% der Befragten erreichen manche Kontakte nur über Soziale Netzwerke.
Überleben
Die Kommunikation steht bei allen Befragten im Vordergrund. In der Regel zu privaten Zwecken. Das Mobiltelefon dient der Erleichterung des Lebens und zur Unterhaltung, unter anderem durch zahlreiche Apps.
In einigen afrikanischen Ländern, ist das Handy nicht für die Erleichterung eines ohnehin schon geregelten Lebens gedacht sondern es dient als Versorgungsgrundlage. Dort gibt es Menschen, die wirklich Hilfe in Form ihres Mobiltelefons benötigen, auch um zu überleben.
Waren per SMS
In Uganda haben Softwareentwickler eine App erstellt, die den Handel von Waren deutlich einfacher macht: EasyOrder. Der Kunde kann seine Bestellung per SMS an den Händler schicken. Der Händler weiß so, welche Personen er beliefern muss und fährt nicht unnötig zu Kunden, die eventuell gar keinen Bedarf an neuen Waren haben. So spart er Zeit und Benzin und kann einen höheren Umsatz erzielen. Der Kunde kann bequem per Handy bezahlen, da in diesen Gebieten kaum jemand ein Konto besitzt und es ein sicheres Zahlungsmittel ist.
Einen kleinen Video-Beitrag dazu kann man sich hier anschauen.
News on a map
Mapping-Projekte wie bettermap.org und ushahidi.com sind zwei dieser hilfreichen Plattformen. Die geforderten Informationen bekommt man auch per SMS.
Diese Karten können für Personen, die sich dort aufhalten, überlebenswichtige Informationen enthalten. Zu dem Artikel “Karten der Krise” geht es hier lang.
Handys in der Entwicklungshilfe
In Entwicklungs- und Krisengebieten ist das Handy mehr als nur ein Gegenstand der das Leben erleichtert. Es macht die Entwicklungshilfe erst möglich.
Ein Interview mit Bernd Friedrich von der GIZ (Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit), der das deutlich macht, findet man hier in unserem Blog.
*best team ever with much herzblut

